Das war die CSD Augsburg Woche 2019


mit unserem Motto: Vielfalt ist Freiheit! Lieb wen d‘ willsch, sei wer d‘ bisch!


Seit 2013 gab es in Augsburg keinen CSD mehr. Es war daher an der Zeit dies zu ändern. Am Samstag fand, in Zusammenarbeit zwischen Christopher Street Day Augsburg e.V., Queerbeet Augsburg, Dgti Arbeitskreis Bayern und dem Organisator des IDAHIT* Augsburg Marcel Albig, endlich wieder ein CSD statt.
Es waren über 500 Besucher*innen auf dem CSD, die großartige Reden auf dem Königsplatz verfolgen konnten. Der Höhepunkt waren die Auftritte von MdB’s Volker Ullrich, Simone Barrientos, Britta Dassler, Ulrike Bahr und MdL Tessa Ganserer.
Weiter ging es dann mit der Community Vertretung, durch Markus Apel vom LSVD Bayern, Jonathan Wehrstein von Queerbeet Augsburg, Franz Stockmeier vom ZAS – HIV/Aids Aufklärung Schwaben, Bernhard Offenberger von den Queeren Christ*innen und Ann-Kathrin Bürger vom Dgti Arbeitskreis Bayern. Hier ging es um ihre Arbeiten und ihre Wünsche für die Zukunft.
Nach der Community ging die Kommunalpolitik auf die Bühne: Eva Weber (CSU), Sascha Vugrin (FDP), Christine Wilholm (Die Linke), Peter Rauscher (Die Grünen), Dr. Florian Freund (SPD). Es war sehr interessant zu hören, was die Politiker*innen zu sagen hatten. Wir haben unsere Augsburger Forderungen deutlich machen können: Bessere Unterstützung und Förderung für Queerbeet Augsburg und es soll in Augsburg ein Queeres Zentrum aller Gruppen und Vereine geben!
Wir hatten auch zahlreiche Künstler*innen auf der Bühne: Von Stanzi Joy, Katze Blau, Sebastian Langer, der Tanzgruppe ¡baila! bis hin zur Dragshoweinlage von Gia Larue und ihrer Crew. […]
Einen großen Dank an die Parteien, die trotz kurzfristiger Einladungen noch MdB’s, MdL und Kommunalpolitiker*innen entsenden konnten.
(Marcel Albig über facebook)

Nach dem CSD-Straßenfest fand dann um 18 Uhr noch ein kleiner Gottesdienst in der St.-Anna-Kirche statt. Hier geht ein großer Dank an Bernhard Offenberger, Irene Löffler und die Gruppe Queerer Christ*innen, die den Gottesdienst gestalteten.
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Wochenübersicht 2019


Do, 06.06.2019
20 Uhr: Podiumsdiskussion (Reichlesaal, Zeughaus) in Kooperation mit dem LSVD Bayern — Ergebnis der Diskussion

Di, 11.06.2019
19 Uhr: Vortrag „Stonewall, Pride, CSD: 50 Jahre Kampf um Akzeptanz und Gleichstellung“ (Sparkassenforum, Stadtbücherei Augsburg)

Mi, 12.06.2019
19 Uhr: Filmvorführung „Stonewall“ (CinemaxX, City-Galerie Augsburg) vergünstigte Tickets! (Normalpreis 6,50€ , Schüler*innen/ Studiernde 5,00€)

Fr, 14.06.2019
18 Uhr: Stadtführung durch Augsburg (Treffpunkt Rathausplatz, Rathauspforte)

21 Uhr: KaraOKI-Party (Karaoke im Oki’s, Georgenstr. 2, 86152 Augsburg)

Sa, 15.06.2019
12 Uhr: Demo-Parade (Aufstellung am Königsplatz, Route)

13-17 Uhr: Straßenfest auf dem Königsplatz

18 Uhr: Gottesdienst (St. Anna)

22 Uhr: CSD-Party (Rockfabrik, Aufsichtsübertragung möglich)

So, 16.06.2019
15 Uhr: Kaffee und Kuchen im KArisMA (Frauentorstr. 51, 86152 Augsburg)

So lief die Podiumsdiskussion

Bei der diesjährigen Podiumsdiskussion im Zeughaus Augsburg am 06.06. wurde fleißig zum Queeren Aktionsplan für Bayern diskutiert. In diesem Rahmen wurde auch ein Queer-Konzept für die Stadt Augsburg thematisiert, was sich schnell zum Hauptthema des Abends entwickelt hat. Denn wieso nicht mal klein in der eigenen Stadt anfangen?

Unsere Hauptforderung war hierbei:

Wir brauchen professionelle Beratungs- und Unterstützungs-Strukturen und deren Finanzierung, es kann nicht alles mögliche auf Ehrenamtliche abgewälzt werden!

Bei der Podiumsdiskussion waren aus der Politik vertreten Christine Wilholm (Die LINKE), Tessa Ganserer (Bündnis 90/Die Grünen), Andrea Bullmer (mut) sowie Sascha Vugrin (FDP). Auf Seite der Community saßen Janka Kluger (dgti) und Markus Apel (LSVD).

Speziell für Augsburg fordern wir ein Queer-Zentrum mit angemessenen Räumlichkeiten, die einenTreffpunkt für Jugendgruppen (insbesondere Queerbeet), queere Vereine und Initiativen bieten sollen. In diesem Rahmen sollen außerdem professionelle Beratungsangebote für alle queeren Lebenslagen angeboten werden.

Die Stadtpolitik Augsburg soll im Bereich Jugend & Bildung Lehrkräfte, Schulleitungen und Schulämter für LGBTQ+ Themen qualifizieren und sensibilisieren. Ebenso soll ein Aufgabenpool erstellt werden, um die fehlende Präsenz queerer Menschen und Lebensformen in Augsburger und demzufolge auch bayrischen Schulbüchern auszugleichen.
Im Bereich der Stadtgesellschaft sollen Unisex-Toiletten etabliert werden in sämtlichen öffentlichen Gebäuden, Schulen, Sportstätten usw. Das ist keine extravagante Forderung, denn in bspw. Bahn und Flugzeug funktioniert das schon seit vielen Jahren.
Sportvereine sollen die Teilhabe trans- und intergeschlechtlicher Menschen im Sport stärken, indem bspw. die Umkleidensituation vereinfacht wird. Dies gilt auch für den Schulsport. Desweiteren soll auch das Bewertungs-/ Benotungsschema von den klassichen binären Geschlechterrollen (Mann und Frau) weggehen und hin zu einer Leistungsbeurteilung fernab des Geschlechts des zu beurteilenden Menschen. Wir sind uns durchaus bewusst, dass es hier zu Schwierigkeiten kommen wird, da ein komplett neues Bewertungsschema erarbeitet werden muss. Dennoch können gerade im Bereich Sport unsere Bundesligavereine FCA und AEV mit guten Beispiel voran gehen und sich für Diversity einsetzen!

Die neue Uniklinik Augsburg braucht medizinische Angebote und Leistungen für queere Menschen! Darunter zählt bspw. geschultes Personal für trans* und inter* Personen im Bereich der Endokrinologie, Gynäkologie, Urologie und Psychologie.

Queeres Leben in Augsburg muss sichtbar(er) gemacht werden! Das heißt, die queere Geschichte Augsburgs muss erforscht werden. Sichtbarkeit von LGBTQ+ Menschen in verschiedensten Museen soll selbstverständlich werden, ebenso auch eine queere Ecke im der Stadtbücherei und im Stadtarchiv.
Hierfür sollen und müssen Ideen und Taten direkt aus der Community kommen!
Die Stadt Augsburg kann insoweit mitwirken, dass sie ganz selbstverständlich zu sämtlichen queeren Anlässen (IDAHIT, Diversity-Tag, TDOR, usw.) Regenbogenfahnen hisst, ohne dass sie dazu aufgefordert werden muss oder gar, dass die veranstaltende Organisation dafür zahlen muss.

Auf der Ebene der Kommunal- und Landespolitik muss Politik und Verwaltung bei allem, was sie tun, queere Menschen mitdenken, einbeziehen und ihnen zuhören. LGBTQ+ Themen dürfen kein Sonderthema bleiben!

Wir brauchen keine Sonderbehandlung, sondern wollen nur Gleichbehandlung!
Denn viele Dinge, die für cis und hetero Menschen alltäglich sind, sind oft Dinge, für die queere Menschen (und ebenso Menschen mit Behinderung, mit Migrationshintergrund und andere Minderheiten) immer noch kämpfen müssen.

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